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    Roboter und die Zukunft der Arbeit

Kollege oder Konkurrent?

Roboter und künstliche Intelligenz werden in den kommenden Jahren schrittweise immer mehr Aufgaben übernehmen, die heute noch von Menschen erledigt werden. Welche Branchen davon im Besonderen betroffen sind und was Arbeitnehmer tun können, um sich auf den Wandel vorzubereiten.

Steuerbescheide prüfen, Dokumente ablegen oder die Buchführung machen – das alles kann heute schlaue Software. Geht es nach dem Job-Futuromat des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), können Maschinen schon heute die Tätigkeiten eines Steuerfachangestellten zu 100 Prozent übernehmen.
Das Online-Tool untersucht Berufe auf ihre Zukunftsfähigkeit in Zeiten von Automatisierung und künstlicher Intelligenz. Und es zeigt, dass Menschen nicht nur in Steuerkanzleien womöglich ihre Arbeitsplätze abgeben müssen: Auch die Aufgaben eines Maschinen- und Anlagenführers können Roboter bereits zu 80 Prozent erledigen.

Welche Berufe können Roboter ausüben?

Werden sie entsprechend programmiert, erledigen Roboter vor allem Routinetätigkeiten inzwischen problemlos. Solche Aufgabenprofile finden sich zum Beispiel in der Buchhaltung, in der Metallverarbeitung oder bei den Industrie- und Werkzeugmechanikern. Innerhalb Deutschlands sind Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg stärker von der Entwicklung betroffen, weil in diesen Ländern vergleichsweise viele Menschen im produzierenden Gewerbe arbeiten.
Wer als Lehrer, Sozialpädagogin oder in einem kreativen Beruf arbeitet, braucht um seinen Arbeitsplatz nicht zu fürchten: Diese Berufe weisen nur ein geringes Potenzial auf, durch Maschinen ersetzt zu werden, zeigen Berechnungen des IAB.

Was bedeutet die Automatisierung für Arbeitnehmer?

Mehrere Studien prognostizieren, dass durch die Digitalisierung zwar Jobs wegfallen werden. Gleichzeitig würden aber in ähnlich großem Umfang neue Stellen entstehen. Das IAB und das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) sprechen von 1,5 Millionen Jobs, die bis 2035 verloren gehen könnten. Im Zuge dessen würden „annähernd genauso viele“ durch die Digitalisierung hinzukommen – vor allem in den Bereichen Information und Kommunikation.
Die Forscher weisen aber auch darauf hin, dass ein Job nicht automatisch verschwinden muss, weil ein Roboter die Tätigkeiten ebenso ausführen kann. Kommt der Mensch am Ende zu besseren Ergebnissen als die Maschine, dürfte er seine Arbeit kaum verlieren. Daher will das IAB seinen Job-Futuromat auch nicht als Prognose missverstanden wissen.

Wie können Arbeitnehmer dem Wandel begegnen?

Vor allem, indem sie sich weiterbilden. Doch das ist kostenintensiv, und nicht jeder einzelne Arbeitnehmer kann sich selbst darum kümmern. Daher plädieren Wissenschaftler der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) an die Staaten und Arbeitgeber, mehr Geld in Fort- und Weiterbildung zu investieren. Im Idealfall sterben Berufe nämlich nicht aus, sondern verändern ihr Profil. Und Arbeitnehmer werden so umgeschult, dass ihre Kompetenzen die Fähigkeiten der Roboter ergänzen und sie nicht durch Maschinen ersetzbar werden.
Unterschiedliche Institutionen bieten Seminare an, die Arbeitnehmer für die Digitalisierung fit machen. Dazu gehören zum Beispiel die IHK Akademie, die Fraunhofer Academy oder die Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat in einem Papier einige Leuchtturmbeispiele von Unternehmen zusammengefasst, die ihre Mitarbeiter mit Weiterbildungen durch den Wandel begleiten.

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