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NaturgefahrenForum der Versicherungskammer Bayern: Wetterfest gegen Naturgefahren

Extreme Wetterlagen häufen sich / Naturgewalten können jeden treffen / Existenzieller Schutz vor Naturgefahren ist möglich und bezahlbar / Ende staatlicher Soforthilfen zum 1. Juli 2019

München. Auf dem NaturgefahrenForum der Versicherungskammer Bayern mit rund 150 Teilnehmern diskutierten Politiker und Wissenschaftler mit Experten des führenden Gebäudeversicherers in Bayern und der Pfalz unter dem Motto „#Wetterfest – gemeinsam vor Naturgefahren schützen“ über die sich ändernden Klimaverhältnisse und Möglichkeiten zur Absicherung gegen Naturgefahren.
Barbara Schick, stellvertretende Vorsitzende des Vorstands und verantwortlich für die Schaden- und Unfallversicherung im Konzern Versicherungskammer, erläutert, dass nach wie vor viele Immobilienbesitzer die Gefahr, Opfer von Starkregen oder Hochwasser zu werden, unterschätzen. Dies beträfe alle Bereiche des privaten, öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens. „Die Schäden an Hab und Gut sind oft existenzgefährdend. In den vergangenen Jahren haben wir das mehrfach erlebt. Und zwar gerade in Gegenden, in denen kein Mensch damit gerechnet hat, dass ein kräftiger Starkregen nahezu alles zerstören kann.“ Zu meinen, es könne einen nicht treffen, sei deshalb ein weit verbreiteter und fataler Irrglaube zugleich.
Klimaexperte Prof. Peter Höppe ergänzt: „In Bayern sind es vor allem Schäden durch gewitterbedingte Ereignisse wie Hagel und Starkniederschläge, die einen ansteigenden Trend aufweisen.“ Ursache dafür ist mit großer Wahrscheinlichkeit der gestiegene Feuchtegehalt der Atmosphäre, der durch die globale Erwärmung bedingt ist. Für ganz Deutschland bedeutet das laut einer GDV-Studie*, dass sich die Überschwemmungsschäden bis 2100 verdoppeln, wenn nicht sogar verdreifachen können.
Prof. Martin Grambow, Ministerialdirigent im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, sieht deshalb Hochwasserschutz als ein zentrales Zukunftsthema. „Bayern wird hier bis 2030 insgesamt 4,8 Milliarden Euro investieren.“ Dabei setze der Staat auf die Kombination von natürlichem Rückhalt, technischem Hochwasserschutz und Hochwasservorsorge. Ein weiterer wichtiger Baustein sei die Bewusstmachung des Hochwasserrisikos im Rahmen der EG-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie. „Dennoch kann es einen hundertprozentigen Schutz vor Hochwasser nicht geben“, so Grambow weiter. „Wichtig ist deshalb, dass sich die Bürger vor eventuellen Schäden durch entsprechende Elementarschadenversicherungen für Gebäude und Hausrat individuell schützen.“
Es sei ein weiterer Irrglaube, so Schick, dass viele Gebäude nicht versicherbar sind oder eine Elementarversicherung unbezahlbar ist. Die Versicherungskammer Bayern kann im Freistaat 99,8 Prozent der Gebäude problemlos versichern. Für die verbleibenden 0,2 Prozent sind meist individuelle Lösungen nach einer Besichtigung vor Ort möglich. „Wir arbeiten daran, dass wir in Zukunft wirklich jedes Gebäude in Bayern vom Schreibtisch aus versichern können“, erklärt Schick. Für ein Standard-Einfamilienhaus koste die Elementarversicherung nur rund 100 Euro im Jahr. Das ist deutlich weniger als eine Vollkaskoversicherung für ein Auto, das im Schadenfall nicht die Existenz zerstört.
Die zunehmende Bedeutung einer umfassenden eigenverantwortlichen Absicherung mache zudem der Kabinettsbeschluss der Bayerischen Staatsregierung im vergangenen Jahr deutlich: Unwetter-Opfer werden ab dem 1. Juli 2019 keine staatlichen Soforthilfen mehr erhalten, sofern die Immobilie versicherbar gewesen wäre. „Während in Deutschland heute 41 Prozent aller Gebäude mit einer Elementarschadenversicherung gegen Naturgefahren wie z.B. Überschwemmungen, Rückstau, Starkregen, Lawinen, Schneedruck, Erdbeben und Erdrutsch versichert sind, haben in Bayern bislang nur 32 Prozent der Häuser diesen elementaren Schutz“, so Schick. Deshalb appelliert sie an die Bürgerinnen und Bürger – auch durch die gemeinsame Initiative mit der Staatsregierung „Voraus denken – elementar versichern“ (https://www.elementar-versichern.de/) – sich selbst gegen Elementarschäden bei Naturkatastrophen abzusichern. Erfreulicherweise schließe bereits die Hälfte der Kunden der Versicherungskammer Bayern beim Erwerb einer neuen Wohngebäudeversicherung den Elementarschutz zwischenzeitlich mit ein. Etwas geringer fällt der Einschluss bei einer Hausratversicherung aus – er ist aber nicht minder wichtig.
 
Ansprechpartnerin zu diesem Thema:
Dr. Inge Sommergut
Unternehmenskommunikation Konzern Versicherungskammer
Telefon +49 89 21 60-41 06
inge.sommergut@vkb.de
 
 
Konzern Versicherungskammer
Der Konzern Versicherungskammer ist bundesweit der größte öffentliche Versicherer und inzwischen der siebtgrößte Erstversicherer in Deutschland. Im Geschäftsjahr 2017 erzielte er Beitragseinnahmen von insgesamt 8,10 Mrd. Euro. Mit seinen regional tätigen Gesellschaften ist das Unternehmen in Bayern, der Pfalz, im Saarland sowie in Berlin und Brandenburg tätig. Der Krankenversicherer der S-Finanzgruppe ist zusammen mit den anderen öffentlichen Versicherern bundesweit tätig. Von großer Bedeutung ist das gesellschaftliche Engagement des Konzerns Versicherungskammer. Die auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Strategie der Förderung ehrenamtlicher Einrichtungen und Initiativen, die insbesondere im Bereich der Prävention und Sicherheit tätig sind, wird seit einigen Jahren zusätzlich gestärkt durch die beiden Stiftungen, Versicherungskammer-Stiftung und Versicherungskammer-Kulturstiftung. Zudem ist der Konzern Versicherungskammer bereits zum dritten Mal mit dem Zertifikat „Beruf und Familie“ als familienfreundliches Unternehmen ausgezeichnet worden. Er hat rund 6.800 Beschäftigte, davon 327 Auszubildende.