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Auto Reise | Kindersitze | Titelbild
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Kinder im Auto

Kleine Mitfahrer, große Verantwortung

Kinder im Auto brauchen besonderen Schutz. Wir haben Dr. med. Wolfram Hell, Leiter Unfallanalyse und Biomechanik am Institut für Rechtsmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München und Christian Danner, Schirmherr der Initiative "Kleine Helden leben sicher", Fahrsicherheits-Experte und ehemaliger Rennfahrer, gefragt, was Sie bei der Sicherung der kleinen Mitfahrer beachten sollten.

Video Tipp:

Das Video zum aktuellen Kindersitz-Test des ADAC können Sie sich hier anschauen:

Welcher Kindersitz ist in welchem Alter der richtige?

Nach der aktuellen Norm ECE R44 sind Kindersitze in fünf Kategorien eingeteilt (0, 0+, I, II, III). Das Alter und das Gewicht entscheiden, welcher Sitz der richtige für ein Kind ist. Zusätzlich gibt es die sogenannten Kombinationssitze, die unterschiedliche Gruppen abdecken und für jedes Alter und Gewicht extra eingestellt werden müssen.
Nach der Geburt bis zu einem Gewicht von ca. 9 kg (entspricht einem Alter von ca. 9 Monaten) fährt das Baby in einer Babyschale, die immer rückwärts gerichtet ins Auto eingebaut wird. Sobald das Kind das Mindestgewicht von 9 kg erreicht hat, kann es in einen Kindersitz der Gruppe I wechseln, normalerweise in einen Sitz mit einem integrierten Fünf-Punkt-Gurt-System. Wir raten jedoch, das Kind so lange wie möglich in einer Babyschale zu transportieren, idealerweise bis zu einem Gewicht von 13 kg (entspricht ca. 18 Monaten).
Ab einem Gewicht von ca. 15 kg (entspricht ca. 4 Jahren) können Eltern zwischen einer Sitzerhöhung oder einem größeren Kindersitz (Sitz der Gruppe II-III) wählen. Eine Sitzerhöhung muss mindestens über Gurthaken für den unteren Gurt verfügen, damit dieser während der Fahrt nicht verrutscht und das Kind sicher sitzt. Anders als ein Kindersitz der Gruppe II-III, der eine Rückenlehne, einen Seitenschutz und eine Gurtführung für den Diagonalgurt hat, bietet eine einfache Sitzerhöhung keinen optimalen Schutz für das Kind. Deswegen raten wir auch bei größeren Kindern davon ab.
Generell ist es wichtig, darauf zu achten, dass Kinder nicht zu früh in den nächstgrößeren Kindersitz wechseln, da sonst die Gefahr von Verletzungen besteht. So könnte es bei einem Unfall beispielsweise zu Kopf- und Nackenverletzungen kommen, wenn die Kopfstütze für das Kind (noch) zu weit oben liegt.

Nach hinten gerichtete Kindersitze gelten als besonders sicher. Sind diese auch für größere Kinder geeignet?

In Schweden ist es seit Jahrzehnten üblich, Kinder bis zu vier Jahren in rückwärts gerichteten Kindersitzen zu transportieren. Diese Systeme gelten als besonders sicher, da das Kind im Fall eines Frontalunfalles nicht nach vorne geschleudert, sondern nach hinten in den Sitz gedrückt wird. Dadurch ist die Gefahr einer Verletzung des Kopfes und des Nackens weitaus geringer. Dies ist besonders wichtig, weil der Nacken bei kleinen Kindern noch viel schwächer ausgebildet und der Kopf viel schwerer und größer im Verhältnis zum Körper eines Erwachsenen ist.

Was muss beim Kauf gebrauchter Kindersitze beachtet werden?

Grundsätzlich raten wir Eltern davon ab, gebrauchte Sitze zu kaufen, da sie häufig nicht mehr den neuesten Sicherheitsbestimmungen entsprechen. Zudem ist die Historie des Sitzes oft nicht bekannt. Man kann zum Beispiel nicht immer herausfinden, ob der Sitz schon einen Unfall hinter sich hat. Wenn es sich nicht vermeiden lässt und Eltern einen gebrauchten Kindersitz verwenden müssen, sollten sie darauf achten, dass der Sitz nach der Prüfnorm ECE R44/04 der R44/03 zugelassen ist. Sitze mit der Norm ECE R44/02 oder R44/01 dürfen nicht mehr benutzt werden. Vor dem Kauf prüfen Sie unbedingt die Funktionalität und kontrollieren, ob alle Teile am Sitz vollständig sind. Auch empfehlen wir, die Installation zu checken und das Kind Probe sitzen zu lassen. Außerdem ist es ratsam, die Sitze vor dem Kauf von Experten prüfen zu lassen. Das ist an bestimmten Stützpunkten der Autofahrerclubs von geschulten Mitarbeitern möglich.

Welche Kindersitze lassen sich mit einem Zwei-Punkt-Gurt befestigen?

Die meisten Kindersitze dürfen heutzutage nur mit einem Drei-Punkt-Gurt gesichert werden. Einige ältere Modelle werden noch mit dem Zwei-Punkt-Sicherheitsgurt, dem Beckengurt, befestigt. Für Sitzerhöhungen kommen generell ausschließlich Drei-Punkt-Gurte infrage.

Im Winter muss man beim Anschnallen der Kinder besonders aufmerksam sein. Warum?

Wir geben Eltern den Tipp: Ziehen Sie Ihren Kleinen die dicken Winterjacken im Auto aus. Durch die dicken Jacken können die Gurte nicht eng genug am Körper angezogen werden, was im Fall eines Unfalles gefährlich werden kann. Legen Sie die Jacke lieber über das Kind oder ziehen Sie Ihrem Kind mehrere dünne Kleidungsschichten an. So können die Gurte straff am Körper anliegen.

Ab wann dürfen Kinder ohne Kindersitz mitfahren?

Laut Straßenverkehrsordnung müssen Kinder das 12. Lebensjahr vollendet haben oder über 1,50 cm groß sein. Aber viele Eltern sichern ihre Kinder bereits vorher nur noch mit dem Fahrzeuggurt. Davon ist dringend abzuraten, da der Gurt wegen der Körpergröße noch nicht richtig positioniert werden kann. Im Fall eines Unfalles kann so zum Beispiel der Gurt in den Bauchbereich einschneiden, wenn er hochgerutscht ist. Auch eine Sitzerhöhung für ältere Kinder empfehlen wir nicht, da sie den Kindern – anders als ein Kindersitz – keinen zusätzlichen Schutz im Kopf-, Nacken- und Seitenbereich gewähren.

In welchem Alter darf ein Kind vorne sitzen?

Bereits Säuglinge dürfen in der Babyschale rückwärtsgerichtet auf dem Beifahrersitz transportiert werden. Dann muss der Airbag jedoch unbedingt deaktiviert werden. Ist ein größeres Kind auf dem Beifahrersitz mit dem Kindersitz gesichert, darf der Abstand zwischen Armaturenbrett und Kind nicht zu klein sein. Viele Fahrzeughersteller raten allerdings davon ab. Deswegen gilt: Eltern sollten die Bedienungsanleitungen von Fahrzeugen und Kindersitzen nach entsprechenden Hinweisen und Einschränkungen genau lesen.

Muss der Airbag grundsätzlich deaktiviert werden, wenn Kinder vorne mitfahren?

Bei rückwärts gerichteten Babyschalen und Kindersitzen auf jeden Fall, da es sonst zu schwerwiegenden Verletzungen kommen kann. Bei vorwärts gerichteten Kindersitzen auf dem Beifahrersitz darf der Abstand zwischen der Stelle, an der der Airbag eingebaut wird, und dem Wirkungsbereich des Kindes nicht zu klein sein.

Welcher Platz ist für Kinder der sicherste im Auto?

Die zweite Sitzreihe im Auto ist grundsätzlich die sicherste für Kinder. Wir können den mittleren Platz empfehlen, da das Kind dort von den Seitenwänden am weitesten entfernt sitzt und so bei einem Aufprall am ehesten geschützt ist. Allerdings trifft das nur zu, wenn der mittlere Sitz einen Drei-Punkt-Gurt bietet und ISOFIX-Halterungen hat. Diese sind oft nur auf den Außenplätzen angebracht. Deswegen ist die nächstbeste Sitzposition der rechte Rückbankplatz – hier können ältere Kinder zudem sicher zum Straßenrand aussteigen.

Wie müssen Kinder im Taxi gesichert werden?

Die generelle Sicherungspflicht für Kinder gilt auch im Taxi. Doch Taxifahrer sind aus Platzgründen lediglich dazu verpflichtet, zwei Kindersitze bereitzuhalten, wobei mindestens einer in die Klasse 9 bis 18 kg fallen muss. Babyschalen müssen die Fahrgäste selbst mitbringen. Deswegen sollten Eltern das Taxiunternehmen schon beim Anruf informieren, ob und welchen Kindersitz sie benötigen.

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Weiterführende Links:

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