• Hautkrebs - die unterschätzte Gefahr

    Hautkrebs - Die unterschätzte Gefahr

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Hautkrebs zählt in Deutschland zu den häufigsten Tumorarten – jährlich erhalten mehr als 270.000 Menschen die Diagnose. UV-Strahlen gelten als höchster Risikofaktor dafür, dass die DNA der Hautzellen Schaden nimmt. Wer viele Muttermale auf der Haut trägt, hat sich sicher schon einmal gefragt, ob die Form oder Farbe eines dunklen Flecks besorgniserregend ist. Doch wie lässt sich Hautkrebs erkennen? Welche Stadien und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es im Falle einer Hautkrebserkrankung? Hier erfahren Sie mehr über Hautkrebsvorsorge, Hautkrebs-Anzeichen und die Therapie.

Hautkrebs erkennen hilft Leben retten

2020 wurden laut Statistischem Bundesamt 81 Prozent mehr Menschen mit Hautkrebs im Krankenhaus behandelt als noch im Jahr 2000. 53 Prozent mehr starben im Vergleich. In Zahlen: Etwa 4.000 Menschen konnten nicht geheilt werden. Warum viele Menschen die Risiken dieser Krebsform dennoch auf die leichte Schulter nehmen, weiß Chefarzt Dr. Thorsten Matthes vom Hauttumorzentrum im Krankenhaus Tabea Hamburg: „Ein häufiger und fataler Irrtum ist, dass Hautkrebs ungefährlich sei, da er ja anfänglich nicht zu Symptomen führt. Dies gilt nicht nur für den schwarzen Hautkrebs sondern auch für den viel häufigeren weißen Hautkrebs.“ Je früher Ärzt:innen Hautkrebs erkennen, desto größer die Heilungschancen.

Hautkrebs-Anzeichen immer von Expert:innen beurteilen lassen

Hautkrebs-Anzeichen sind zunächst nicht unbedingt offensichtlich. So kann sich schon hinter kleinen Veränderungen der Muttermale Hautkrebs verbergen. Suchen Sie daher eine:n Dermatolog:in auf, sobald Sie eine verdächtige Hautveränderung feststellen.
 

Services für Kunden der Versicherungskammer Bayern

Im Rahmen der Krankheitskostenvollversicherung (mit oder ohne Beihilfeanspruch) bietet die Versicherungskammer Bayern eine Ärztevermittlung an, die Sie bei der Suche nach passenden Mediziner:innen unterstützt. Und über den Zweitmeinungs-Service können Sie die Einschätzung einer:s unabhängigen Spezialist:in einholen.
 

Kann ich Hautkrebs erkennen?

Die gute Nachricht ist: Hautkrebs und seine Vorstufen sind in vielen Fällen sichtbar und tastbar. Beobachten Sie daher selbst, ob sich vorhandene Leberflecken optisch verändern oder wachsen – oder ob neue Muttermale auftreten. Gerade wenn Sie zur Risikogruppe zählen, sollten Sie Ihre Haut regelmäßig unter die Lupe nehmen. Am besten prägen Sie sich Ihre individuelle Muttermal-Landschaft ein. Trotzdem gilt: Nichts kann den geschulten Blick einer Ärztin oder eines Arztes ersetzen. Deswegen sollten Sie auch dann regelmäßig zur Kontrolle gehen, wenn Ihnen nichts Ungewöhnliches auffällt.
Tipp: Für Ihre Rückseite können Sie Partner:in oder Freund:innen um Hilfe bitten.

Zur Risikogruppe für Hautkrebs zählen:

  • Babys und Kleinkinder, Kinder und Jugendliche
  • Menschen mit hellem Hauttyp, hellen oder roten Haaren und Sommersprossen
  • Menschen, deren Haut kaum bräunt, dafür aber schnell verbrennt
  • Kinder und Erwachsene mit vielen Muttermalen
  • Erblich vorbelastete Menschen (die selbst bereits Hautkrebs hatten oder Fälle aus der Familie kennen)
  • Alle, die im Beruf oder in ihrer Freizeit einer hohen UV-Belastung ausgesetzt sind (beispielsweise Segelsportler:innen, Bergsteiger:innen oder Landschaftsgartenbauer:innen)
  • Patient:innen, bei denen das Immunsystem medikamentös unterdrückt wird (beispielsweise nach einer Transplantation)

Checkliste typischer Hautkrebs-Symptome:

Ist die Form verändert?

1. Ist die Form verändert?
Eine asymmetrische Form ist untypisch, ebenso ein halb­kreis­förmiges Mutter­mal.

Ist die Farbe verändert?

2. Ist die Farbe verändert?
Als auf­fällig gelten Mutter­male, die keine gleich­mäßige Tönung, sondern hellere und dunklere Be­reich sowie Punkte auf­weisen.

Ist die Größe verändert?

3. Ist die Größe verändert?
Große Mutter­male über 5 mm Durch­messer sollten wort­wörtlich unter die Lupe genommen werden. Um­gekehrt kann sich jedoch auch hinter kleinen Mutter­malen Haut­krebs verbergen.

Blutet der Leber­fleck?

4. Blutet der Leber­fleck?
Vor allem, wenn die Blut­ungen spontan auf­treten, also ohne erkenn­bare äußere Ein­flüsse, sollten Sie sofort ärzt­lichen Rat einholen.

Juckt der Leber­fleck?

5. Juckt der Leber­fleck?
Juckreiz kann bei Mutter­malen auf Haut­krebs hindeuten.

Merken Sie sich für Ihren regelmäßigen Hautkrebs-Check in Eigenregie die ABCDE-Regel. A für Asymmetrie, B für Begrenzung, C wie Colour (engl. Farbe), D wie Durchmesser und E wie Erhabenheit. Sobald Sie ein mögliches Hautkrebs-Symptom entdecken, sollten Sie durch eine ärztliche Untersuchung der Muttermale Hautkrebs schnellstmöglich ausschließen lassen.
 

Wussten Sie schon?

Hautärzt*innen können Sie auch online konsultieren – zum Beispiel über das Serviceangebot „Digitaler Hautarzt“. Die Online-Hautärzte können viele Hautkrankheiten telemedizinisch begutachten. Ausführliche Serviceinformationen erhalten Sie unter: www.vkb.de/digitaler-hautarzt
 

Hautkrebs-Arten und -Stadien

Es gibt mehrere Formen von Hautkrebs. Weißer Hautkrebs wird am häufigsten diagnostiziert und ist gut behandelbar. Schwarzer Hautkrebs ist seltener, aber auch gefährlicher. Hier erfahren Sie mehr über den Verlauf und die verschiedenen Stadien.

1) Melanom (schwarzer Hautkrebs)

Ein Melanom ist die gefährlichste Hautkrebsform. 90 Prozent der Hautkrebssterbefälle gehen auf schwarzen Hautkrebs zurück. Dieser entsteht in den pigmentbildenden Zellen und kann streuen, also Metastasen entwickeln. So können die Krebszellen in andere Körperbereiche, in die Lymphe oder das Blut übergehen. Je früher ein Melanom erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Die stehen in vielen Fällen gut, solange der Krebs oberflächlich ist und nicht metastasiert hat.
Überblick über die Stadien
  • Bösartige Krebserkrankungen wie Hautkrebs werden in Stadien unterteilt. Das sind gemäß der TNM-Klassifikation (T für Tumor, N für Nodus wie Lymphknoten, M für Metastasen):
    Stadium I: Frühstadium, geringe Tumordicke, keine (Fern-)Metastasen oder kein Lymphknotenbefall
    Stadium II: Mittlere Tumordicke, kein Lymphknotenbefall, keine (Fern-)Metastasen
    Stadium III: Jede Tumordicke, Lymphknotenbefall, keine (Fern-)Metastasen
    Stadium IV: Tochtergeschwülste in anderen Organen
Prognose schwarzer Hautkrebs: Wann zu spät entdeckt?
  • Das metastasierte Melanom galt lange Zeit als nicht therapierbar. Doch auch für Patient:innen mit schwarzem Hautkrebs im fortgeschrittenen Stadium gibt es Hoffnung auf mehr Lebenszeit:
    Vergleichsweise neue Behandlungsmöglichkeiten wie die medikamentöse Therapie und die Immuntherapie können den Krankheitsfortschritt besser unter Kontrolle halten.

2) Weißer Hautkrebs

Zum weißen Hautkrebs zählen die Basalzellkarzinome, die etwa drei Viertel der Fälle ausmachen, und Plattenepithelkarzinome, auf die ein Viertel der Erkrankungen entfällt. Weißer Hautkrebs wächst langsam und lässt sich in der Regel gut behandeln. Selten verläuft er tödlich. Dennoch sollten Sie frühzeitig den Hautarzt aufsuchen, wenn Sie hautfarbene Knötchen oder verhornte raue Hautstellen bemerken. Im späteren Verlauf können Gewebsschäden entstehen. Auch das Plattenepithelkarzinom kann streuen, allerdings wird es meist rechtzeitig erkannt, so dass von 1.000 Erkrankten nur 40 bis 50 Patient:innen sterben. Im Folgenden lesen Sie mehr zu den beiden Formen von weißem Hautkrebs:
Basalzellkarzinom (weißer Hautkrebs)
  • Das Basalzellkarzinom wird am häufigsten diagnostiziert. Diese Hautkrebsform, auch als weißer Hautkrebs bekannt, geht von den Basalzellen aus – und tritt an den typischen Körperstellen mit hoher Sonnenexposition auf. Dazu zählen Stirn, Wangen, Nase, Nacken und Hals. Anders als schwarzer Hautkrebs zeigen sich hautfarbene Knötchen mit eingedelltem oder geschwürähnlichem Zentrum oder auch Papeln mit perlschnurartigem Saum.
Plattenepithelkarzinom (weißer Hautkrebs)
  • Der zweithäufigste bösartige Hauttumor nennt sich Plattenepithelkarzinom. Es ist in den meisten Fällen heilbar. Hier sind die Zellen der Hautoberfläche betroffen. Hautkrebs-Symptome wie Knötchen oder ein erhabener Fleck mit einer Kruste bilden sich vielfach im Gesicht wie auf den Lippen, Stirn oder Wangen, bei Glatzenbildung auch der Kopfhaut. Wird der Krebs nicht erkannt, kann das Plattenepithelkarzinom Gewebsschäden verursachen, die Körperpartie entstellen und in andere Bereiche streuen.
    Tipp: Leichte Verhornungen und anhaftende, rötliche oder hautfarbene Plaques können auf aktinische Keratose (Hautkrebsvorstufe) hindeuten.

Stadien weißer Hautkrebs

Nur selten bildet weißer Hautkrebs Metastasen oder befällt die Lymphknoten. Statt der TNM-Klassifikation werden daher die betroffene Hautstelle, der maximale Durchmesser des Tumors und die Rückfälle zur Bewertung herangezogen.
Gut zu wissen: Roter Hautkrebs ist eine seltene Form von Hautkrebs, die nicht auf eine hohe UV-Belastung zurückzuführen ist. Es handelt sich um ein kutanes Lymphom, bei dem sich veränderte Lymphzellen in der Haut ansiedeln.
Schwarzer Hautkrebs – behandeln je nach Krankheits­fortschritt:
  • Operation bei lokal begrenztem Hautkrebs ohne Metastasen
  • Anschließende Immuntherapie zum Anregen des Immunsystems
  • Strahlentherapie und Chemotherapie, wenn andere Organe betroffen sind
 
Basalzellkarzinom (weißer Hautkrebs) behandeln:
  • Operation als Standardtherapie
  • Strahlentherapie bei fortgeschrittenem weißen Hautkrebs oder Läsionen im Gesicht
  • Lokale Therapien (immunologische, lokale oder photodynamische Therapien, Kälte- oder Lasertherapien)
Gut zu wissen: Bei fortgeschrittenem Basalzellkarzinom kann eine orale Therapie mit Signalweg-Hemmer in Frage kommen – entweder als unterstützende Maßnahme oder als Alternative, wenn eine Operation nicht möglich ist.
 
Plattenepithelkarzinom (weißer Hautkrebs) behandeln:
  • Operation
  • Strahlentherapie (auch ergänzend zur Operation)
  • Chemotherapie (bei fortgeschrittenem Hautkrebs oder Ausschluss der anderen Verfahren)

Nachsorge – bei Hautkrebs unerlässlich

Ist die Hautkrebsbehandlung abgeschlossen, werden Patient:innen weiterhin in regelmäßigen Abständen überwacht. Denn es kommt vor, dass der Tumor am ursprünglichen Ort erneut wächst. Außerdem können auf diese Weise ein Lymphknotenbefall und die Bildung von Metastasen frühzeitig erkannt werden.

Hautkrebsvorsorge – am besten jährlich

Hautkrebs ist auf dem Vormarsch. Auch jüngere Menschen erkranken relativ häufig. Schwarzer Hautkrebs ist heute die fünfhäufigste Krebserkrankung. Im fortgeschrittenen Stadium ist er oft nicht mehr heilbar.
Gesetzlich Versicherte in Deutschland haben ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening. Dr. Matthes rät, doppelt so oft zur Hautkrebsvorsorge eine Dermatologiepraxis zu besuchen:
  • Dr. Matthes

    Dr. Matthes

    „Die einmal im Jahr sinnvolle derma­tologische Unter­suchung beim Haut­fach­arzt ist vom Auf­wand-/Nutzen-Ver­hält­nis dringend zu empfehlen. So können frühe Veränder­ungen an Pigment­malen fach­gerecht erkannt werden und mit geringem Aufwand entfernt und fein­geweb­lich unter­sucht werden. Kontroll­bedürftige Leber­flecke können auch mit computer­gestützten Bild­gebungs­verfahren in der derma­tolo­gischen Praxis gespeichert werden und immer wieder zum Ver­gleich heran­gezogen werden. In unserer täglichen Praxis wird so schwarzer Haut­krebs in einem sehr frühen Stadium erkannt, in dem er allein durch eine kleine Operation heilbar ist.“

Hautkrebs-Ursachen: schädliches Tageslicht

Eine hohe Sonneneinstrahlung schädigt die DNA der Hautzellen – sie gilt als wichtigste Hautkrebs-Ursache. Auch Solarienbesuche sollten Sie meiden. Sonnenbrände, vor allem in Kindheit und Jugend, erhöhen das Risiko für schwarzen Hautkrebs signifikant. Auch die Gene spielen eine Rolle. Im Alter steigt daher das Risiko zu erkranken. Für hellen Hautkrebs ist die langjährige und dauerhafte UV-Belastung verantwortlich. Tragen Sie daher am besten schon ab einem zehnminütigen Aufenthalt in der Sonne UV-Schutz auf. Achten Sie auf Produkte mit Breitbandschutz vor UV-A- und UV-B-Strahlen. Da auch der sichtbare blaue Anteil des Tageslichts zu Hautschäden führt, empfiehlt Dr. Matthes weiterhin „neuartige Lichtschutzprodukte mit zusätzlichem Schutz im HEV-Bereich“ als sinnvolle Schutzmaßnahme. „HEV-Licht steht im Verdacht für Hyperpigmentierungen, Sonnenallergie und vorzeitige Hautalterung verantwortlich zu sein. Deswegen ist neben einem konsequenten UVA-/UVB-Filter auch ein HEV-Filter wünschenswert.“

Checkliste für optimalen Schutz vor Hautkrebs:

  1. Tragen Sie ganzjährig Sonnenschutz auf, auch durch Wolken dringt bis zu 90 Prozent der Strahlung.
  2. Cremen Sie sich mit einer ausreichenden Menge ein. Faustregel: 2 mg Sonnencreme pro Quadrat­zenti­meter Haut. Sprays und Fluids noch großzügiger dosieren. Cremen Sie alle zwei bis drei Stunden nach, außerdem im Anschluss ans Baden, damit der Schutz stabil bleibt.
  3. Cremen Sie auch Ohrmuschel und Ohrrückseite sowie die Augenpartie mit Sonnenschutz ohne Kriechstoffe ein. Kriechstoffe sorgen dafür, dass sich eine Creme besonders gut verteilt und sind in der Regel nicht in Produkten fürs Gesicht enthalten.
  4. Meiden Sie die Mittagssonne von 11 bis 15 Uhr. Bevorzugen Sie Schattenplätze, aber beachten Sie: Auch dort erreicht noch bis zu 40 Prozent der Strahlung die Haut.
  5. Tragen Sie luftige, aber lange dunkle Kleidung, sie absorbiert UV-Licht besser als helle.
  6. Achten Sie auf UV-Schutzausstattung von Sonnenschirm und Markisen, ohne liegt der UV-Schutz nur bei etwa Faktor 5.
  7. Tragen Sie eine breitkrempige Kopfbedeckung.

Fazit: Hautkrebs ist früh erkannt gut behandelbar

Hautkrebs erkennen und die Gefahr bannen: Ein möglichst jährliches Hautkrebs-Screening ist eine wichtige Maßnahme, um veränderte Hautstellen schon im Frühstadium zu behandeln. Dann hat selbst der gefährliche, aber seltene schwarze Hautkrebs gute Chancen auf Heilung.