Rettungsgasse richtig bilden

Rettungsgasse richtig bilden

Zur Seite fahren und Leben retten

Bei einem Unfall kommt es auf jede Minute an. Dennoch wissen viele Autofahrer nicht, wie man Platz für den Rettungsdienst macht. Sie ordnen sich oft zu spät ein und sind unsicher, zwischen welchen Spuren die Rettungsgasse verlaufen muss. Dabei gibt es einen ganz einfachen Trick, um sich das zu merken.

Nichts geht mehr. Jetzt ist Geduld gefragt, denn der Stau erstreckt sich über mehrere Kilometer. Als sich der Rettungswagen von hinten nähert, bricht auf einmal Hektik aus: Wie soll man bei der Enge nur zur Seite fahren? Und welche Spur muss jetzt frei bleiben?
Diese und andere Fragen können viele Autofahrer nicht richtig beantworten. So glauben zum Beispiel 40 Prozent von ihnen, dass sie eine Rettungsgasse erst bilden müssen, wenn sich die Einsatzkräfte nähern. Das zeigt eine repräsentative Befragung, die im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) vom Marktforschungsinstitut Ipsos durchgeführt wurde.
Dieser verbreitete Irrtum ist leider nur einer von vielen. Damit Sie sich im Ernstfall richtig verhalten, helfen Ihnen die folgenden fünf Tipps.
Über die Rettungsgasse erreichen die Einsatzkräfte schneller den Unfallort.

5 Tipps: So bilden Sie eine Rettungsgasse

1. Frühzeitig zur Seite fahren

Sobald der Verkehr ins Stocken gerät, sollten Autofahrer den Weg für einen möglichen Rettungseinsatz frei machen. Hat sich der Stau bereits verdichtet, bleibt dafür kaum noch Platz. Wer unsicher ist, ob vor ihm eine Unfall- oder doch nur eine Baustelle liegt, sollte im Zweifel immer eine Gasse bilden.

2. Den Wagen gerade einlenken

Damit stellen Sie sicher, dass Ihr Fahrzeug nicht in die enge Rettungsgasse ragt und die Einsatzfahrzeuge behindert. Es empfiehlt sich außerdem, eine Wagenlänge Abstand zu den vorausfahrenden Autos zu halten. Dadurch bleiben Sie manövrierfähig, und auch weniger aufmerksame Fahrer können sich noch rechtzeitig einreihen.
Vorbild sein: Warten Sie nicht auf die anderen Fahrer. Lenken Sie Ihr Auto schon bei stockendem Verkehr zur Seite.

3. Der Standstreifen sollte frei bleiben

Dieser Grundsatz gilt auch für die Rettungsgasse. Nur wenn es nicht anders möglich ist, Platz zu schaffen, darf der Standstreifen zumindest bis zur Hälfte befahren werden.

4. Autobahnauffahrten nicht blockieren

Auch Verkehrspunkte, an denen sich Spuren treffen oder teilen, sollten befahrbar bleiben. Sie bilden wichtige Zufahrten für die Rettungskräfte, die im Ernstfall schnell vor Ort sein müssen.

5. Haben Sie Geduld

Die Rettungsgasse ist nur für die Einsatzfahrzeuge da. Auto- und Motorradfahrer dürfen sie zu keinem Zeitpunkt benutzen. Fährt also ein Krankenwagen an Ihnen vorbei, warten Sie so lange, bis sich der Stau vor Ihnen auflöst, und halten Sie die Gasse weiter frei. Es könnten nämlich noch weitere Fahrzeuge eintreffen.

Gesetzliche Regelungen zur Rettungsgasse

Die Rettungsgasse ist keineswegs nur eine Frage der Hilfsbereitschaft. Laut Paragraf 11 Abs. 2 StVO sind Autofahrer in Deutschland gesetzlich dazu verpflichtet, einen Weg für Polizei- und Hilfsfahrzeuge frei zu machen. Das gilt auf Autobahnen sowie auf Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen in einer Richtung. Nähert sich von hinten ein Einsatzfahrzeug mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn und ist weder links noch rechts Platz zum Ausweichen, kann es sein, dass eine rote Ampel vorsichtig überfahren werden muss. Eine Strafe brauchen Autofahrer in diesem Fall meist nicht zu fürchten.
Anders sieht es jedoch aus, wenn sie Polizei und Rettungsdienst behindern und eine Rettungsgasse blockieren. Hier droht mindestens ein Bußgeld in Höhe von 200 Euro. Bei Gefährdung oder Sachbeschädigung können sogar ein Fahrverbot und Punkte im Fahreignungsregister hinzukommen.

Merkhilfe: die Rechte-Hand-Regel

Bis 2017 war für Straßen mit vier oder mehr Fahrspuren eine Rettungsgasse in der Mitte der Fahrbahn vorgesehen. Bei nur zwei bis drei Spuren musste zwischen der linken und den übrigen Streifen Platz gemacht werden. Diese Regel hat bei den Autofahrern für Verwirrung gesorgt, weshalb sie 2017 vereinfacht wurde. Seitdem wird die Rettungsgasse grundsätzlich zwischen der linken und den übrigen Spuren gebildet. Nun ist es egal, in wie viele Spuren die Straße geteilt ist.
Die Rechte-Hand-Regel kann dabei helfen, diese Vorgabe richtig einzuhalten: Beim Blick auf den Handrücken der rechten Hand stellt die Lücke zwischen Daumen und Zeigefinger die Rettungsgasse dar. Der Daumen steht für die linke Spur, die anderen Finger für alle weiteren Spuren.

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