Wie wir unseren CO2-Fußabdruck ermitteln

Transparent klimafreundlich

Von der Energieversorgung bis zur Softwarenutzung achten wir im Großen und Kleinen auf einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen.

Bereits über 600.000 Menschen nutzen unsere Nachhaltigkeits-App Earnest und können damit ihren Alltag umweltbewusster gestalten und gleichzeitig Haushaltskosten sparen.

App-Screens aus der Earnest App für Nachhaltigkeit im Alltag

Unseren Fußabdruck
im eigenen Geschäftsbetrieb messen

Die Versicherungskammer hat das Ziel der Branche, die Klimaneutralität ihrer eigenen Geschäftsprozesse bis spätestens Ende 2025 zu erreichen, in ihrer Nachhaltigkeits-Strategie konkret verankert. Als Voraussetzung wurde hierfür eine Basismessung des CO2-Fußabdrucks des Konzerns durchgeführt. Damit erhalten wir die notwendige Transparenz über das Volumen und die Verteilung der verursachten CO2-Emissionen. Der Konzern ist sich im Klaren darüber, dass die Messung durch die Corona-Pandemie unter Umständen nicht den „Realbetrieb“ widerspiegelt, da z. B. der Pendelverkehr durch eine Homeoffice-Quote von rund 70 Prozent deutlich unter dem Niveau der Vorjahre liegt.

Die CO2-Messung orientiert sich am weltweit anerkannten Greenhouse Gas Protocol, welches die CO2-Emissionen von Unternehmen in drei sogenannte Scopes unterteilt. Scope 1 beschreibt alle durch Verbrennung in eigenen Anlagen erzeugten Emissionen, Scope 2 fasst alle Ausstöße, die mit fremderzeugter Energie (z. B. Fernwärme, Elektrizität) verbunden sind, zusammen. Scope 3 beinhaltet alle indirekten Treibhausgas-Emissionen. Dazu zählen bei den Own Operations der Pendelverkehr, Dienstreisen, Elektronikausstattung, Dienstleistungen wie das Rechenzentrum sowie Abfall.

Unser Ziel ist, mit einem möglichst transparenten und umfassenden Ergebnis größtmögliche Glaubwürdigkeit in den Bemühungen zur Erreichung der Klimaneutralität zu gewährleisten. Deshalb haben wir in der Messung des CO2-Fußabdrucks die Branchenempfehlung des GDV, der eine Beschränkung auf Scope 1 und 2 vorsieht, bewusst um Kategorien, die dem Scope 3 zuzuordnen sind, wie beispielsweise Pendelverkehr der Mitarbeitenden, Elektronik und Hardware, Papier und Drucksachen, erweitert. Das damit verbundene Ambitionsniveau bildet die Grundlage zur Entwicklung wirksamer CO2-Reduktionsmaßnahmen.

CO2-Fußabdruck im eigenen Geschäftsbetrieb

CO2-Fußabdruck des Konzerns 2020 im eigenen Geschäftsbetrieb

In Tonnen CO2-Äquivalente

Um die Struktur des CO2-Fußabdrucks im Detail zu verstehen, wurden die Aspekte Pendelverkehr, Fuhrpark und Strom eingehender untersucht:

Pendelverkehr: Das CO2-Emissionsvolumen wurde mithilfe einer Umfrage bei 157 Konzernmitarbeitern erhoben und auf die Gesamtzahl aller Mitarbeitenden hochgerechnet. Hier wurden neben den Entfernungen zwischen Wohnung und Büro auch die Art des Verkehrsmittels (Kfz-Benzin/-Diesel, ÖPNV, Fahrrad/zu Fuß) und die Anzahl der Büroarbeitstage im Jahr 2020 abgefragt.

Fuhrpark: Der Konzern-Fuhrpark besteht zum größten Teil aus sogenannten Vielfahrerfahrzeugen, sowie Fahrzeugen von leitenden Angestellten und Vorständen, die alle beruflich und privat genutzt werden. Eine diesbezügliche Auftrennung der Kilometerleistungen ist nicht möglich, sodass auch die privat gefahrenen Kilometer in den ausgewiesenen CO2-Emissionen des Konzerns enthalten sind.

Strom: Die Versicherungskammer setzt an allen Standorten Strom aus erneuerbaren Energien (Ökostrom) ein. Deshalb sind im CO2-Fußabdruck nur die bei der Stromerzeugung indirekt anfallenden Emissionen im Scope 3 enthalten.

Mit Transparenz und Glaubwürdigkeit stellen wir uns den Aufgaben zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Folgen.

Erste Projekte im Bereich Green-IT

Unsere große Verantwortung hinsichtlich nachhaltigen und ökologisch orientierten Handelns spiegelt sich in unseren Ambitionen zum Umweltschutz in vielen Gesichtspunkten wider. Wir sind uns der damit verbundenen Herausforderungen, unsere Aktivitäten wirksam und glaubwürdig zu gestalten, sehr bewusst. Dabei beschränken wir uns nicht nur auf die notwendige, möglichst frühzeitige Erreichung der Klimaneutralität in allen unseren Geschäftsprozessen, sondern beziehen weitere Aspekte zur Ressourcenschonung in unsere Überlegungen mit ein: angefangen beim flächendeckenden Einsatz von Ökostrom über die Regenwassernutzung in unserem Hauptgebäude bis zur Bereitstellung von E-Fahrzeugen und -Fahrrädern zum Pendeln zwischen unseren Standorten.

Auch in unserer IT setzen wir uns aktiv mit Themen wie Green-IT und Green-Coding auseinander und konzipieren entsprechende Schulungsangebote. Über unsere Tochter, VKBit Betrieb GmbH (VKBit), werden bereits einige Aktivitäten und Projekte umgesetzt bzw. angestoßen. So wurde in der Herstellung und im Betrieb durch die Umstellung der Desktops auf IGEL Clients sowie durch den Austausch von Hardware-Token durch Software- und MFA-Token Ressourcen eingespart und die Flexibilität für die Mitarbeitenden ausgebaut. Bei der Hardware setzen wir auf eine längere Nutzungsdauer. Seit 2018 reduziert die VKBit kontinuierlich die Anzahl der Druckgeräte an den Arbeitsplätzen des Konzerns Versicherungskammer und setzt auf gemeinschaftlich genutzte Multifunktionsgeräte (Mufus). Diese Mufus ermöglichen Kopier-, Druck- und Scan-Vorgänge von Dokumenten. Aufgestellt wurden diese Geräte zentral an allen Standorten und sind somit für alle überall zugänglich.

Ziel dieser Hardware-Umstellung war und ist es, auch in der Zukunft, die große Menge an Arbeitsplatz- sowie Abteilungsdruckern zu reduzieren und gleichzeitig den Strom- und Papierverbrauch sowie CO2-Ausstoß deutlich zu senken. Die abgebauten Drucker wurden nicht einfach nur entsorgt: Drucker in einem noch verwertbaren und einsatzbereiten Zustand werden gespendet und somit einem sinnvollen und nachhaltigen Zweck zugeführt. Als zentrales Outputcenter druckt bzw. reportet die VKBit sämtliche Druckstücke des Konzerns.

Arbeitsplatzsituation eines Mannes am Tisch mit Computer

Insgesamt wurden 2021 227,4 Mio. Seiten zentral und dezentral auf den Vertriebsstellen gedruckt (Vorjahr: 229,7 Mio. Seiten) und damit eine Senkung um 2,3 Mio. Druckseiten erzielt. Zur Reduktion des Papierverbrauchs werden die Blätter schon seit Jahren beidseitig bedruckt. Des Weiteren wird durch den Konzern angestrebt, dass verstärkt digitale Wege für Erstellung und Versand, auch von Kundenpost, verwendet werden, um Ressourcen zu schonen. Dass die Zahlen sich in Summe nur leicht verändern, liegt auch daran, dass Beilagen zunehmend on demand und nicht mehr auf Vorrat produziert werden. Hierdurch werden Papier- und Energieverbrauch verringert und auch Kosten gespart. Dies ermöglicht die zeitnahe Veränderung von Ausdrucken, ohne dass hohe Bestände vernichtet werden müssen.

Dieter Geyer

Dieter Geyer
Ressortbeauftragter Nachhaltigkeit IT,
seit 21 Jahren im Unternehmen

„Die Transformation der Wirtschaft und Gesellschaft in Richtung ökologisch nachhaltigen Handelns und Gestaltens ist dringlicher denn je. Wir stellen uns dieser Verantwortung, indem wir alle Bereiche unseres täglichen Arbeitsumfelds bewusst hinterfragen, um durch Schonung jeglicher Ressourcen das Klima und unsere Umwelt wirksam schützen zu können.“

Alle Dimensionen im Blick

Darauf aufbauend entwickeln wir eine entsprechende Haltung unserer Mitarbeitenden als Voraussetzung für umweltbewusstes Gestalten. In diesem Zusammenhang befassen wir uns nicht nur mit der Reduktion unserer direkten CO2-Emissionen, sondern entwickeln auch Maßnahmen, die eine grundsätzliche Ressourcenschonung bewirken: So wurde beispielsweise konkret begonnen, vorhandene Telefongeräte am Arbeitsplatz durch Software-Lösungen (Softphone) zu ersetzen und die Nutzung vorhandener privater Hardware unserer Mitarbeitenden im geschäftlichen Umfeld zu intensivieren (Bring-Your-Own-Device/BYOD). Damit wird eine umfassende Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsdimensionen erreicht. Des Weiteren haben wir durch eine vorausschauende, zukunftsorientierte Planung bereits vor der Corona-Pandemie die wesentlichen technischen Rahmenbedingungen geschaffen, um ohne relevante Produktivitätseinbußen nahezu allen Mitarbeitenden mobiles Arbeiten bzw. Homeoffice zu ermöglichen. Die damit verbundene Reduktion des Pendelverkehrs wirkte sich dementsprechend auch auf die CO2-Emissionen aus.

Um das Ziel der Klimaneutralität tatsächlich zu erreichen, stellt die Versicherungskammer Maßnahmen zur CO2-Reduktion vor eine CO2-Kompensation.

Earnest-App als unser Start-up-Erfolg

Bereits seit September 2020 ist die Nachhaltigkeits-App Earnest (aus engl.: earth + earn + honest) der uptodate Ventures GmbH, des Corporate-Start-ups des Konzerns Versicherungskammer, in den gängigen App-Stores zum Herunterladen zu finden.

Ziel der App ist es, die Nutzer Schritt für Schritt an einen nachhaltigen Lebensstil heranzuführen. Mit bereits über 600.000 Downloads ist Earnest die erfolgreichste Nachhaltigkeits-App in Deutschland und trägt dazu bei, mit kleinen Veränderungen den Alltag nachhaltiger zu gestalten: Die Nutzer finden in der App hilfreiche Tipps z. B. zum Einsparen von Energie oder für eine nachhaltige und alltagstaugliche Ernährung. Zusätzlich können sie Challenges absolvieren oder Coach-Einheiten durchlaufen, in denen sie mehr über Kernthemen des Umweltschutzes, wie z. B. den Umgang mit Plastikmüll, erfahren können. Durch das Absolvieren dieser Coach-Einheiten und Challenges werden ihnen Punkte in ihrem Profil gutgeschrieben, die sie gegen nachhaltige Prämien einlösen können. Diese Prämien, wie z. B. das Befreien der Meere von Plastik, werden in Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Organisationen für die Nutzer eingelöst. Durch all diese Funktionen wird Earnest zum Begleiter für ein nachhaltiges Leben.

Startscreen der Earnest App für Nachhaltigkeit im Alltag
Jessica Schneider

Jessica Schneider
CEO uptodate Ventures GmbH,
das Corporate-Start-up des Konzerns Versicherungskammer, seit Mai 2020

„Bereits über 600.000 Menschen nutzen unsere Nachhaltigkeits-App Earnest und können damit ihren Alltag umweltbewusster gestalten und gleichzeitig einen Beitrag zu umweltverbessernden Projekten leisten.“

Unser Vorbild für Nachhaltigkeit

Am Tegernsee besitzen wir ca. 40 Hektar Wald. Dieser wird nach den Grundsätzen der naturgemäßen Waldwirtschaft bewirtschaftet. Diese Art der Bewirtschaftung berücksichtigt ökonomische, ökologische und soziokulturelle Aspekte. Durch kontinuierliches und behutsames Arbeiten im Wald wird ein ganzheitliches Konzept umgesetzt. Ziel ist es, den jetzigen Wald in einen klimagerechten Dauerwald zu überführen. In ein strukturreiches und dauerhaftes Wald-Ökosystem, welches dynamisch auf vielfältige Anforderungen reagieren kann.

Der Wald befindet sich also in einer Transformationsphase. Zahlreiche Einzelmaßnahmen gestalten diese und gehen im Gesamtkonzept der nachhaltigen Wirtschaftsweise auf. So werden vorhandene Strukturen aufgelöst und Raum für Neues geschaffen. Konkret heißt dies: Es wird nicht im Kahlschlagverfahren gearbeitet, sondern es werden gezielt einzelne Bäume entnommen. In den geschaffenen Lücken können die Samen der Altbäume ankeimen und sich als junge Bäume gut entwickeln. Naturverjüngung wird dem kostspieligen Pflanzen von Bäumen vorgezogen. Im Rahmen der naturgemäßen Waldwirtschaft wird der Artenreichtum gefördert, indem für die natürlich vorkommenden Arten Lebensräume geschaffen und erhalten werden. Integration von Naturwaldelementen oder Anreicherung von Totholz sind als konkrete Maßnahmen zu nennen. Zudem geht diese Bewirtschaftungsform auf die gesellschaftlichen Erwartungen ein. Aktueller Anknüpfungspunkt ist die CO2-Speicherleistung des Waldes. Diese wird in den nächsten Jahren erhöht. Der Zuwachs liegt aktuell unter dem Standortpotenzial. Durch gezielte Förderung einzelner Bäume wird das Wachstum des Waldes unterstützt. So wird erreicht, dass die Bäume im Wald der Versicherungskammer pro Jahr möglichst viel CO2 einlagern.

Nachhaltige Waldbewirtschaftung bedeutet, die vielfältigen Ökosystemleistungen des Waldes zu bewahren und zu stärken sowie den Wald in einen resilienten Dauerwald zu überführen. Ziel unserer verantwortungsbewussten Unternehmensführung ist es, unsere Stärken zu erhalten und als Konzern Versicherungskammer unseren Beitrag zu einer nachhaltigeren Zukunft zu leisten.

In vielen Bereichen unseres Unternehmens verstärken wir bewusst unseren Fokus auf naturpositives Handeln und klimaneutrales Wirtschaften.