Sperr´s Wasser zu, dann hast du Ruh

30. September 2015 - Hilfreiche Tipps, um Leitungswasserschäden vorzubeugen

München. Undichte Rohre und in die Wohnung austretendes Wasser kommen häufiger vor als angenommen. In Deutschland verzeichnen die Versicherer rund eine Million Schadenfälle – jedes Jahr. Doch diesem Ärger kann man entgehen.

Ein Leitungswasserschaden ist der Alptraum jedes Hauseigentümers. In der feuchten Umgebung kann sich auch Schimmel ausbreiten. Auch unliebsame Folgen für die Gesundheit können auftreten. Besonders gefährlich sind versteckte Schimmelstellen, weil sie oft längere Zeit unentdeckt bleiben. Betroffene Wände und Böden sollten unbedingt fachmännisch getrocknet und der Schimmel beseitigt werden. Auch die vollständige Erneuerung von Bauteilen kann erforderlich sein. Zu den häufigsten Ursachen für Schäden mit Wasseraustritt zählen eine unsachgemäße Installation und überalterte Rohre. Klaus Ross, Leiter des Risikomanagements bei der Versicherungskammer Bayern, führt aus: „Die Nutzungsdauer von Trinkwasserleitungen ist technisch auf 30 bis 50 Jahre begrenzt. Nach Ablauf dieser Zeit sind Schäden unvermeidbar und es ist Zeit, die Installation zu erneuern.“
Der nächste Winter kommt bestimmt. Und mit ihm der Frost.
Frost stellt ein großes Risiko für Leitungswasserrohre dar. Er ist zwar eine typische, aber auch vermeidbare Schadenursache. Wenn die Temperaturen unter null Grad sinken, vergrößert Wasser sein Volumen um rund zehn Prozent. Dieser Ausdehnung und dem Druck können die Rohre nicht immer standhalten. „In der Regel fällt ein geborstenes Rohr erst auf, wenn die Temperaturen wieder steigen und die gefrorenen Leitungen auftauen. Je länger das Leck besteht und je mehr Wasser austritt, desto schwerwiegender sind dann die Folgen“, sagt Ross. Deswegen muss sicher gestellt werden, dass in Abseiten oder an Außenwänden verlaufende Rohre frostfrei verlegt sind, durch eine Rohrbegleitheizung erwärmt oder alternativ vor dem Frost entleert werden. Bleiben Gebäude in der Frostzeit über einen längeren Zeitraum ungenutzt, sollte die Funktionsfähigkeit der Heizung und eine angemessene Erwärmung der Räume regelmäßig überprüft und sicher gestellt werden. Ross erläutert: „Die Abstände zwischen den Kontrollen müssen so bemessen sein, dass bei einem Heizungsausfall kein Frostschaden entstehen kann. Im Fall eines normal gedämmten Gebäudes empfehle ich bei leichtem Frost alle drei Tage, bei mäßigem Frost alle zwei Tage und bei strengem Frost täglich nachzusehen.“
Elektrische Absperrventile bieten ein hohes Maß an Sicherheit
Es gibt aber auch sehr praktische Möglichkeiten der Schadenbegrenzung. Daher rät der Risikomanager auch zum Einbau von elektrischen Absperrventilen. Diese erkennen zum Beispiel einen ungewöhnlich hohen Wasserverbrauch und unterbinden dann selbsttätig die Wasserzufuhr. Moderne Systeme können auch zusätzlich einen Alarm auf das Smartphone übermitteln. Ergänzend plädiert Ross für eine sehr einfache Maßnahme, aber mit großer Wirkung: "Der Hausbewohner kann wirksam vorbeugen, wenn er die Wasserzufuhr beim Verlassen des Gebäudes sperrt. Dazu muss er aber nicht jedes Mal zum Haupthahn rennen, sondern kann bequem beim Verlassen der Wohnung über einen Taster an der Haustür das elektrische Absperrventil bedienen. Dieses Signal kann auch mit dem Abschließen der Haustür ausgelöst werden."
Sollte trotz aller Sicherheitsmaßnahmen doch einmal ein Leitungswasserschaden entstehen, greift die Wohngebäudeversicherung. Um einen optimalen Schutz der Immobilie zu gewährleisten, ist es ratsam, in diese Police zusätzlich auch Elementargefahren einzuschließen. Das von einem Leitungswasserschaden betroffene Inventar ist durch die Hausratversicherung gedeckt.
Weiterführende Informationen unter:
 
Leitungswasserschäden vorbeugen – Die Tipps im Überblick
  • Sachgemäße Installation und Wartung sicherstellen
  • Die technische Nutzungsdauer der Leitungswasserinstallation von 30 bis 50 Jahren nicht überschreiten
  • In Abseiten oder an Außenwänden verlaufende Rohre frostfrei verlegen, durch Rohrbegleitheizung erwärmen oder Zuleitungen absperren und betroffene Leitungen entleeren
  • Bei Gebäuden, die in der Frostzeit länger leer stehen: Regelmäßige Kontrolle der Funktionsfähigkeit der Heizung, Sicherstellen einer angemessenen Erwärmung der Räume
  • Sperren der Wasserzufuhr am Haupthahn beim Verlassen der Wohnung oder, was viel einfacher ist:
  • Einbau elektrischer Absperrventile, die diese Aufgabe automatisch oder ausgelöst durch einen Schalter übernehmen
 
Der Konzern VKB ist bundesweit der größte öffentliche Versicherer und unter den Top Ten der Erstversicherer. Im Geschäftsjahr 2014 erzielte er Beitragseinnahmen von insgesamt 7,27 Mrd. Euro. Mit seinen regional tätigen Gesellschaften ist das Unternehmen in Bayern, der Pfalz, im Saarland sowie in Berlin und Brandenburg tätig; im Krankenversicherungsgeschäft zusammen mit den anderen öffentlichen Versicherern bundesweit. Der Konzern VKB ist mit dem Zertifikat „Beruf und Familie“ als familienfreundliches Unternehmen ausgezeichnet und hat rund 6.800 Beschäftigte, davon über 400 Auszubildende.