Ausstellung vom 4. Februar bis 27. März 1999
Ruth Eitle: Retrospektive -: Gemälde, Materialbilder, Zeichnungen
Das Werk Ruth Eitles lässt sich nicht in klassische Kategorien einordnen, was eine angemessene kunsthistorische Bewertung lange Zeit erschwerte.
Die letzte umfangreiche öffentliche Präsentation fand vor zehn Jahren, im Todesjahr der Künstlerin 1989, in der Kunsthalle Tübingen statt. Mit der Retrospektive ihrer Gemälde, Zeichnungen, Materialbilder und Druckgrafiken erinnert die Versicherungskammer Bayern an den 75. Geburtstag Ruth Eitles.
Aus heutiger Sicht erscheinen Ruth Eitles Experimentierfreude und Auseinandersetzung mit verschiedenen Ausdrucksmedien ebenso aktuell wie ihr insistierendes Arbeiten an wenigen, zentralen Themen. Ferner verkörpert Ruth Eitle Künstlerinnen-Sozialgeschichte, deren sie sich bewusst war: „Vielleicht ist dieses Lebenswerk exemplarisch für eine Frau meiner Generation.“ (Ruth Eitle)
Lebenslauf
| 1924 | in Tübingen geboren |
| 1945-46 | Privatunterricht bei Hugo Lange und Gerth |
| 1947-51 | Studium an der Kunstakademie Stuttgart bei Manfred Henninger, Gerhard Gollwitzer und Hugo Peters |
| 1951 | längerer Studienaufenthalt in Paris |
| 1953 | Heirat |
| 1954-58 | Geburt der Kinder Hans, Peter und Susan |
| 1958-61 | "Dunkle Bilder" |
| 1959 | Regieassistenz bei dem Film "Gino" von Ottomar Domnick, Stuttgart |
| 1961-64 | Gestaltung von Bühnenbildern für das Tübinger Zimmertheater, das das geistig-kulturelle Leben jener Jahre in Tübingen prägte |
| 1963 | Studienreise in die Bretagne und 1964 nach Italien |
| 1965-68 | Zeichnungsserie "Masse Mensch" |
| 1965-72 | Leitung der Galerie im Zimmertheater |
| 1972 | Hinwendung zur Lithographie und Radierung |
| 1978 | Leitung eines Radierkurses am Zeicheninstitut der Universität Tübingen |
| 1979-81 | Erarbeitung der Serie der "Musikbilder" nach Motetten u.a. von Olivier Messiaen |
| 1979-85 | Radierkurse mit geistig Behinderten |
| 1989 | kurz nach Eröffnung ihrer Retrospektive (Kunsthalle Tübingen) gestorben |
