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ÜBER UNS > Kultur > Ausstellungen > Ausstellungen Archiv > Wiili Moegle, Robert Häusser, Gottfried Jäger
Moegle, Häusser, Jäger
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Ausstellungszeitraum 13. September bis 4. November 2000

Ins rechte Licht gerückt - Pioniere deutscher Fotografie

Die Fotografen Willi Moegle (1897-1989), Robert Häusser (geboren 1924) und Gottfried Jäger (geboren 1937) repräsentieren nicht nur verschiedene Generationen. Sie dokumentieren ebenso einen Wandel im künstlerischen Selbstverständnis.

Willi Moegle ist als Fotograf Autodidakt. Inspiriert durch das Bauhaus entwickelte er Ende der 1940er Jahre einen sachlich-zurückhaltenden Stil, der sich durch formgerechte Lichtführung und Komposition auszeichnet. Als Werbefotograf wirkt Moegle prägend, indem er Gegenstände, u. a. Möbel, Glas oder Porzellan, wie Persönlichkeiten begegnet.

Stimmungen sind elementarer Bestandteil der Fotos von Robert Häusser. Entscheidende Natureindrücke hat Häusser in der Nachkriegszeit während eines Bauernhof-Aufenthalts in Brandenburg empfangen. Durch Lichtregie und einen malerischen Umgang mit Hell-Dunkel schafft er gleichermaßen poetische wie dramatische Bilder, in denen Melancholie und Einsamkeit vorherrschen.

Gottfried Jäger, zugleich Künstler und Theoretiker, widmet sich seit 1960 der Experimentalfotografie. 1968 gelingen ihm sogenannte „Generative Fotografien“. Hierbei werden ästhetische Bilder nach zuvor festgelegten, nachvollziehbaren Grundbedingungen erzeugt. Damit rücken die Methode sowie die (Zufalls-)Ästhetik der apparativen Welt in

Lebensläufe

Willi Moegle

1897 in Stuttgart geboren
1911-15 Lehre als Chemigraph in Stuttgart
1916-18 Soldat
1919-22 Studium an der Kunstgewerbeschule Stuttgart; Moegle ist Schüler des renommierten Buchgrafikers und Typographs Ernst Schneidler (1882-1956)
1923 Heirat mit Mathilde Angst, die im Atelier ihres Mannes mitarbeitet
1922-27 Dokumentarfotograf für das Landesamt für Denkmalpflege
ab 1927 selbständiger Fotograf in Stuttgart
1950 Neuanfang in Stuttgart; Hauptarbeitsgebiet ist die Werbung für Porzellan-, Glas- und Möbelfirmen, die in ihrer sachlich- schlichten Eleganz stilbildend wirkt
1954 Berufung in die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh)
1959 Bau eines Wohn- und Atelierhauses in Oberaichen bei Stuttgart
1969 Mitbegründer des Bundes Freischaffender Foto-Designer (BFF)
1973 Übergabe der Atelierleitung an die Fotografin Hansi Müller-Schorp, die im Anschluß an den Zweiten Weltkrieg von Moegle ausgebildet wird und seitdem im Atelier mitarbeitet
1978 David-Octavius-Hill-Medaille der Gesellschaft Deutscher Lichtbildner (GDL)
1989 in Stuttgart gestorben
1999 Übergabe des Willi-Moegle-Archivs an das Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin


Robert Häusser

1924 in Stuttgart geboren
1941-42 Fotografische Fachschule, Stuttgart
1943-45 Kriegsdienst und Gefangenschaft
1946-52 Häusser arbeitet auf dem elterlichen Bauernhof in der Mark Brandenburg und fotografiert Menschen und Landschaft
1950 besucht die Fotoklasse von Walter Hege an der Schule für angewandte Kunst in Weimar; Berufung in die Gesellschaft Deutscher Lichtbildner (GDL)
1952 Übersiedlung nach Mannheim; Gründung eines Fotostudios
1960 Auszeichnung mit der Photkina-Plakette; Erster Preis des Deutschen Städtetages
1961 Goldmedaille 3. Biennale Venedig
1961-65 Chef-Fotograf der Zeitschrift "Welt am Oberrhein"
1965-68 Juryvorsitzender der GDL
1972 Fernsehfilm der ARD „Robert Häusser - Sprache aus Licht und Zeit“; endgültige Hinwendung zur freien Fotografie
1976 Aufnahme in den Deutschen Künstlerbund
1978 Verleihung der Schillerplakette der Stadt Mannheim
1983 Stipendium für die Villa Romana, Florenz
1984 Berufung in die Akademie der Künste, Mannheim; David-Octavius-Hill-Medaille der GDL
1986 Fernsehfilm der ARD "Das Unsichtbare sichtbar machen – Robert Häusser"
1989 Verleihung des Professorentitels
2000 Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh)


Gottfried Jäger

1937 geboren in Burg bei Magdeburg
1954-58 Fotografische Lehre und Berufspraxis in Bielefeld
1958-60 Studium an der Staatlichen Höheren Fachschule für Fotografie, Köln
1960 Meisterprüfung im Fotografenhandwerk, Köln; Technischer Lehrer für Fotografie an der Werkkunstschule Bielefeld
1962 Auseinandersetzung mit Experimentalfotografie; erste serielle Arbeiten entstehen
1967 Camera obscura-Arbeiten; Lochblendenstrukturen
1968 Ausstellung mit Einführung des Begriffs Generative Fotografie für eine Fotografie auf systematisch-konstruktiver Grundlage
1970 Arbeit mit apparativer Kunst
seit 1973 Professor für Künstlerische Grundlagen der Fotografie und Fotografik an der Fachhochschule (FH) Bielefeld
ab 1979 Planung und Aufbau der Studienrichtung Fotografie und Medien an der FH Bielefeld
1979-83 Stellvertretender Vorsitzender und Vorsitzender der Sektion Bild der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh)
1980 Beschäftigung mit Farbzyklen und Farbspektren
1983 entstehen Fotomaterialarbeiten sowie Fotoobjekte
1983-92 Präsident der Fotografischen Akademie der Gesellschaft Deutscher Lichtbildner (GDL; heute: Deutsche Fotografische Akademie)
1992 Verleihung der Georges-Eastman-Medaille
1994 Generative Computergrafik
1996 David-Octavius-Hill-Medaille der GDL
 
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