Ausstellungszeitraum 24.04.2002 bis 13.07.2002
Bernd Zimmer: Holzschnitte 1985 - 2001 - "Natur-Raum. Tiki"
Seine Druckgrafiken führt Bernd Zimmer in der traditionellen Technik des Holzschnittes aus, die direkten manuellen Zugriff und unmittelbaren expressiven Ausdruck erlaubt. Zu Beginn seiner Auseinandersetzung mit dieser Technik im Jahr 1985 arbeitet Zimmer noch gegenständlich, in der Folge gelangt er zu einer kürzelhaft-abstrakten Formensprache. Farbe definiert die Form und wird selbstständiges Ausdrucksmittel, Farben vermitteln Stimmungen und bringen durch den Wechsel von Licht und Schatten Zeit ins Spiel.
Wichtige Anregungen erhielt Zimmer auf einer Südseereise im Jahr 1995. Im Mittelpunkt der exotischen Welt Polynesiens steht das "Tiki"-Idol, eine blockhaft in Stein oder Holz gefasste Ahnenfigur der einheimischen Urbevölkerung mit übergroßen, furchteinflössenden Augen. Diesem Motiv widmet Zimmer zahlreiche Serien und Variationen. In der Werkgruppe der "Täler", die seit 1998/99 entsteht, erlangen die unvermischten Farben eine Leuchtkraft und Eigendynamik, die Empfindungen hervorrufen. Landschaftsraum wird hier in Reflexionsraum verwandelt.
Bernd Zimmer setzt sich in seinem Werk mit Natur auseinander, insbesondere mit jener, die von zivilisatorischen Einflüssen noch weitgehend unberührt ist. Doch es geht ihm weder um deren topografische Erfassung noch um eine verklärende Interpretation. Zimmer ergründet Ursprung und Wesen von Natur verschiedener Kontinente und Länder. Ihre vielfältigen Erscheinungsformen von meditativer Stille bis hin zu gewaltigem Ausbruch hält er fest und setzt sie in Bezug zum menschlichen Dasein.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Werkverzeichnis der Holzschnitte 1985-2000. Preis: 20 Euro (kein Versand).
Lebenslauf
| 1948 | geboren in Planegg bei München |
| 1968-72 |
Ausbildung zum Verlagsbuchhändler Herstellungsassistent für grafische Gestaltung im Carl Hanser Verlag, München |
| seit 1972 | zahlreiche ausgedehnte Reisen durch Asien, Mexiko, den Süden der USA und in die Karibik |
| 1973-74 | Übersiedlung nach Berlin Tätigkeit als Buchgestalter im Verlag Klaus Wagenbach, Berlin Aufnahme des Studiums der Philosophie und Religionswissenschaften an der Freien Universität Berlin Kontakt mit den Malern Karl Horst Hödicke und später auch mit Salomé und Helmut Middendorf |
| 1975-76 | Beginn der Malerei als Autodidakt |
| 1977 | Mitbegründer der Galerie am Moritzplatz in Berlin-Kreuzberg |
| 1979 | Zimmer beendet das Studium an der Freien Universität Berlin |
| 1979-81 | Karl-Schmidt-Rottluff-Stipendium |
| 1982-83 | Stipendium Villa Massimo, Rom |
| 1985 | erste Holzschnitte entstehen |
| 1990 | Reise nach Indien, unter dem Eindruck der hinduistischen Philosophie entsteht u.a. der Jahreszeitenzyklus "Monate" |
| 1993 | Reise nach Libyen, in deren Anschluss die Serien "Erdschnitt" und "Wüstenbilder" erarbeitet werden |
| seit 1993 | Herausgeber der Zeitschrift "PlantSÜDEN |
| 1995 | Reise nach Polynesien, in der Folge entstehen die "Tiki"-Farbholzschnitte |
| 1996/97 | Reise nach Arizona; Beginn der "TAL"-Bilder |
| 1998/99 | Reise nach Namibia; Serie der "Wüstenbilder" |
| Bernd Zimmer lebt und arbeitet in Polling/Oberbayern und Montevantano, Italien |
