Ausstellungszeitraum: 12.05. bis 15.08.2004
Lambert Maria Wintersberger: German Pop
Der 1941 in München geborene Lambert Maria Wintersberger antwortet als einer der wenigen deutschen Künstler unmittelbar auf die Pop Art. Wie seine älteren amerikanischen Kollegen thematisiert er die Werbe- und Konsumwelt und konzentriert sich auf kosmetische Bilder. Dieser Bildwelt ringt er eine buchstäblich schmerzliche Bedeutung ab.
Monströs überdimensionierte Körperglieder wie Münder und Finger werden von Klammern und Nägeln verwundet und verletzt: Wer Gewalt ausübt, bleibt ebenso offen wie die Identität der anonymen Körper und Figuren.
Die bedrückende Atmosphäre dieser überlebensgroßen Bilder wirkt umso stärker, da weiche, geschmeidige Formen sowie elegant-schmeichelhafte Farbtöne den brutalen Inhalt der Darstellungen konterkarieren. Diese Bilder, mit denen Wintersberger zwischen 1965 und 1974 für Furore sorgt, werden abgelöst von einer expressiv gestischen Malerei, die die Kunst der sogenannten „Jungen Wilden“ vorwegnimmt.
Die Werke von Lambert Maria Wintersberger waren lange nicht mehr in München zu sehen. Diese Ausstellung der Versicherungskammer Bayern widmet sich vor allem der Pop Art Zeit.
Lebenslauf Lambert Maria Wintersberger
| 1941 | in München geboren |
| 1958-61 | Dekorations-, Kirchen- und Glasmaler, Mosaikbildner |
| 1961-64 | Accademia delle Belle Arti, Florenz |
| 1964-68 | als freischaffender Künstler in Berlin tätig |
| 1969 | Übersiedlung nach Stuttgart; Preis für Malerei, 6. Biennale der Jugend, Paris |
| 1971-72 | Aufenthalt in den USA |
| 1974-77 | Lehrauftrag an der Kunstakademie in Düsseldorf |
| 1980-85 | wohnhaft in Stuttgart |
| 1985 | Übersiedlung nach Walbourg, Frankreich |
| 1987-88 | Aufenthalt in Omaha, Nebraska, und Rundreise durch die USA |
| 1992 | Preisträger des Centre Européen d´Actions Artistiques Contemporaines, Strasbourg, Frankreich lebt und arbeitet in Walbourg |
Ausstellungen (Auswahl)
Einzelausstellungen
| 1965 | Berlin, Galerie Großgörschen 35 |
| 1969 | Ulm, Ulmer Museum |
| 1978 | Düren, Leopold-Hoesch-Museum |
| 1985 | Karlsruhe, Badischer Kunstverein; Mühlheim, Städtisches Museum |
| 1994 | Kornwestheim, Galerie der Stadt |
| 2001 | Stuttgart, Württembergischer Kunstverein |
| 2004 | Erste Einzelausstellung in München, Versicherungskammer Bayern |
Gruppenausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen
| 1966 u. 68 | München, Haus der Kunst, Große Kunstausstellung |
| 1969 | Köln, Kunsthalle, Heute – Kunst in Deutschland Oslo, Museum, 40 Deutsche unter 40 |
| 1971 | Sao Paulo, 11. Biennale |
| 1982 | München, Haus der Kunst, Große Kunstausstellung |
| 1984 | London, Goethe Institut, Kunstlandschaft Bundesrepublik |
| 1985 | Berlin, Nationalgalerie, Kunst in der Bundesrepublik Deutschland |
| 1997 | Berlin, Martin-Gropius-Bau, Deutschlandbilder |
Werke in öffentlichen Sammlungen (Auswahl)
| Berlin: | Nationalgalerie Berlin |
| Dortmund: | Museum am Ostwall |
| Hannover: | Sprengel Museum |
| Stuttgart: | Staatsgalerie und Galerie der Stadt Stuttgart |
| Lit.: Künstler, Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, Ausgabe 45, Heft 8, München 1999 |
