Ausstellungszeitraum 06.02.2002 bis 06.04.2002
Xiao Hui Wang: Fotografie - "Close to the eyes"
Ihre Leidenschaft für die Fotografie entdeckt Xiao Hui Wang 1986. Durch ein Stipendium gelangte die Architektin, die in ihrer Heimatstadt Shanghai erste Bauten realisiert hat, damals nach Deutschland. Ihre dortigen Eindrücke sowie Reisen durch Europa führen zu einer Reihe von Städte- und Landschaftsaufnahmen, die sich an architektonische und filmische Kompositionsprinzipien anlehnen.
Aus der Dokumentarfotografie wird zu Beginn der 1990er Jahre Fotokunst. Xiao Hui Wang schult den Blick anhand von fotografischen Aufnahmen ihres eigenen, von einem Unfall gezeichneten Körpers. Von nun an ist die Kamera ihr ständiger Begleiter, Lichtbilder halten wie ein visuelles Tagebuch Ereignisse und Stimmungen fest.
Mit dem so geschärften Blick fotografiert Wang seit 1992 gezielt Menschen. Sie hält Gesichter von Personen fest, denen sie auf ihren Reisen durch Amerika, Asien und Europa zufällig begegnet, verschieden in Alter, Beruf und sozialer Herkunft.
Man sieht ängstliche und scheue, selbstbewusste und heitere Menschen, die jedoch alle Authentizität und Sympathie ausstrahlen. In einem Moment der Intimität fokussiert Wang die Hauptmerkmale des Gesichts: Das kräftige Hell-Dunkel, das Ausblenden des Hintergrunds sowie die Konzentration auf die Augen und die Partien »Close to the Eyes« erzeugen eine intensive Nähe zwischen den Porträtierten und dem Betrachter.Xiao Hui Wang, die auch als Autorin tätig ist, lebt und arbeitet abwechselnd in München und in China, wo sie als Professorin an der Tongji Universität Shanghai und an der National Universität Peking lehrt. Die Ausstellung zeigt rund 60 der ausdrucksstärksten Porträts der Serie »Close to the Eyes«. Diesen Schwarz-Weiß-Aufnahmen werden ausgewählte abstrakte Farbfotografien, ein weiterer Bereich in Wangs Schaffen, gegenübergestellt. Zur Ausstellung erscheint ein Katalogbuch im Prestel Verlag. Preis: 20 Euro (kein Versand).
Lebenslauf
| 1957 | geboren in der Hafenstadt Tianjin/China |
| 1983 | Abschluss des Architektur-Studiums an der Tongji Universität Shanghai |
| 1986 | durch ein Stipendium kommt Xiao Hui Wang nach Deutschland |
| 1987 | Übersiedlung wird sie Doktorantin an der Technischen Universität München und Lehrbeauftragte an der Fachhochschule München |
| 1990/1992 | entstehen erste Bildbände über München, Prag und Sachsen in der Reihe "Sehen und Erleben" (Süddeutscher Verlag) |
| 1991 | bei einem Verkehrsunfall wird sie schwer verletzt und verliert ihren Ehemann; in der Folge: Hinwendung zur freien künstlerischen Arbeit (Fotografie, Film und literarische Tätigkeit) |
| 1994 | Auszeichnung der bayerischen Filmförderung für ihren Kurzfilm "Zerbrochener Mond" ("besonders wertvoll") |
| seit 1996 | zahlreiche Reisen in vier Kontinente |
| 1997 | erhält Xiao Hui Wang den KODAK-Fotopreis in China |
| 1999 | Teilnahme am Projekt "Shanghai - In the eyes of world´s top photographers" aus Anlaß des 50-jährigen Bestehens der Volksrepublik China; Vortrag und Workshop auf dem 4. und 5. Internationalen Fotofestival Herten |
| 2001 | Teilnahme an den Asien-Pazifik-Wochen in Berlin |
| seit 2001 | Professur für Fotokunst an der Tongji Universität Shanghai und Gastprofessur an der National Universität Pekings |
| Xiao Hui Wang lebt und arbeitet als Fotografin und Autorin abwechselnd in München und Shanghai. |
Ausstellungen (Auswahl)
| 1993 | China Avantgarde, Haus der Kulturen der Welt Berlin |
| 1997 | Photographic Review, Kunstmuseum Shanghai |
| 1997 | Visuelles Tagebuch, Aktionsforum Praterinsel München |
| 1998 | Zeitgenössische Fotokunst aus der VR China, Kunsthalle Darmstadt |
| 2001 | Abstract Photography, Alte Feuerwache Mannheim |
