Ausstellungszeitraum 07.05.2003 bis 20.07.2003
Felix Droese: "Öffne die Augen" - Papierschnitte und Holzdrucke
Das Werk von Felix Droese, der als Sohn eines altkatholischen Pfarrers an der Nordsee aufwuchs, ist inspiriert von Joseph Beuys, seinem Lehrer an der Düsseldorfer Kunstakademie. Der Mensch steht im Mittelpunkt der Arbeiten des 1950 in Singen/Hohentwiel geborenen Künstlers. Droese bedient sich elementarer sowie alltäglicher Materialien und knüpft an traditionelle Techniken an.
Seine Formensprache ist ebenso schnörkellos wie kraftvoll, sie reflektiert Volkskunst. Mit seinen großformatigen Papierschnitten, die er selbst als Schattenrisse bezeichnet, hat Droese das traditionelle Medium des Scherenschnitts aufgegriffen und belebt. Dabei schneidet oder reißt er aus dunklen Papierbahnen einzelne Flächen als Positivformen heraus, die Leerflächen sind gleichwertiger Bestandteil. Die Arbeiten greifen in den Raum und werden so für den Betrachter körperlich erfahrbar.
Die Schattenrisse spielen nicht nur gestalterisch mit den Gegensätzen Schwarz – Weiß, Positiv – Negativ, sondern auch im interpretatorischen Sinne. Ihre Empfindlichkeit und sinnliche Ästhetik stehen im Kontrast zum Inhalt: Künstlerischer Ausdruck und politische Stellungnahme sind bei Felix Droese untrennbar miteinander verbunden, er mischt sich konsequent ins Weltgeschehen ein. Gerade heute sind seine Arbeiten hochaktuell; der Werk- und Ausstellungstitel "Öffne die Augen" könnte als Motto über Droeses Gesamtwerk sowie unserer Gegenwart stehen.
Lebenslauf Felix Droese
| 1950 | in Singen/Hohentwiel eines Sohn eines altkatholischen Pfarrers geboren |
| 1953 | Umzug der Familie nach Norddeutschland |
| 1956-66 | Schulzeit und Jugend |
| 1966 | Umzug der Familie nach Essen |
| 1969 | verlässt Droese das Gymnasium vor dem Abitur und arbeitet als Landvermessungsgehilfe |
| 1970-76 | Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Peter Brüning und Joseph Beuys |
| 1971 | Wehersatzdienst im Landeskrankenhaus Düsseldorf-Grafenberg |
| 1972 | Heirat mit der Künstlerin Irmhild Rodenacker und Geburt der Tochter Gretel; starkes politisches Engagement, u.a. Arbeit in der Liga gegen den Imperialismus. Verhaftung bei einer Vietnam-Demonstration in Köln und Prozeß wegen "Schweren Landfriedensbruchs". |
| 1976 | Droeses Bewerbung als Meisterschüler wird abgelehnt |
| 1977 | Aushilfsarbeit bei einem Landschafts- und Friedhofgärtner |
| 1979 | Kandidat der Kommunalwahl in Düsseldorf für die "Alternative Liste" |
| 1980 | zeigt Droese erste Schattenrisse im Museum Bochum |
| 1982 | Förderpreis für junge Künstler des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf; stellt die Papierschnitt-Installation "Ich habe Anne Frank umgebracht" auf der documenta VII aus |
| 1984 | Teilnahme an der Biennale Sydney |
| 1986 | Übernahme einer Professur an der Städelschule/Hochschule für Bildende Künste Frankfurt a.M., kündigt die Professur zum Wintersemester 1986/87 auf |
| 1987 | Kunstpreis Glockengasse, Köln |
| 1988 | vertritt er die den deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig mit seinem "Haus der Waffenlosigkeit" |
| 1990 | Umzug auf den Hof "Am Höchsten" im Kreis Mettmann-Diepensiepen |
| 1996 | Art multiple Preis, Düsseldorf |
| 1999 | Wandmalerei und Holzdrucke im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Berlin |
