Ausstellungszeitraum 7. Juni bis 29. Juli 2000
Anton Stankowski: "finden, vereinfachen, vermenschlichen"
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Anton Stankowskis erklärtes Ziel war eine möglichst enge Verbindung zwischen Kunst und Warenproduktion sowie zwischen Zweck und Gestalt herzustellen. Daher war Stankowski, geboren 1906 in Gelsenkirchen, die Unterscheidung zwischen freier und angewandter Kunst fremd. In seinem Werk durchdringen und befruchten sich Fotografie, Werbegrafik und Malerei. In der Ausstellung der Versicherungskammer Bayern, der ersten repräsentativen Werkschau nach dem Tode des Künstlers 1998, können Besucher etwa 100 freie und angewandte Arbeiten, darunter Reliefs, Objekte, Gemälde, Plakate und Werbegrafiken betrachten. |
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Die Malerei nimmt in Stankowskis künstlerischer Praxis eine Schlüsselstellung ein, denn „ohne Malerei kann man nichts erfinden“ (Anton Stankowski). Ausgehend vom Konstruktivismus und dem Werk Piet Mondrians hat er in Zürich in den 30er Jahren im Kreis von Max Bill, Camille Graeser, Verena Loewensberg und Richard Paul Lohse an der Ausformung der dortigen konkreten Kunst mitgearbeitet. Nach dem Zweiten Weltkrieg verbindet Stankowski die aus geometrischen Elementen radikal konstruierten Bilder der konkreten Kunst mit den grafischen Forderung von Werbung und Design. Er studiert die Funktion und den Nutzen der Produkte und kombiniert sie mit ästhetischen Eigenschaften. Stankowski interessiert das Zusammenspiel von bildsprachlicher Zuordnung und ästhetischem Eigenwert. Dieses Miteinander verleiht den Arbeiten Sinnlichkeit sowie zeichenhafte Prägnanz. |
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Lebenslauf
| 1906 | in Gelsenkirchen geboren |
| 1920-23 | Lehre als Dekorationsmaler in Gelsenkirchen |
| 1927-29 | Studium an der Folkwangschule Essen: Aneignung der Fotografie |
| 1929-36 | Übersiedlung nach Zürich; Arbeit als Werbegestalter mit den sog. "Züricher Konkreten" |
| 1937-38 | Umzug nach Stuttgart; Fotoreportagen u.a. für die Stuttgarter Illustrierte; Gründung eines Grafik-Ateliers mit Emil Zander |
| 1940-48 | Kriegsdienst unter russischer Gefangenschaft |
| 1951 | Gründung eines eigenen Grafik-Ateliers; Entwicklung des Grafik-Design für Unternehmen wie IBM und SEL |
| 1956 | Mitbegründer der "Gruppe 56" im "Bund Deutscher Gebrauchsgrafiker" |
| 1964 | Gastdozent an der Hochschule für Gestaltung in Ulm |
| 1969-72 | Vorsitz im Ausschuß für Visuelle Kommunikation des Organisationskomitees der XX. Olympischen Spiele, München |
| ab 1975 | Partnerschaft mit Karl Duschek; Gemeinsame Entwicklung von Zeichen für die Unternehmen Bayern-Versicherung und Versicherungskammer Bayern sowie u.a. für die Deutsche Bank und REWE |
| 1979 | Erste Retrospektive des fotografischen Werks im Kunsthaus Zürich |
| 1983 | Gründung der Stankowski-Stiftung zur Förderung der Verbindung der Kunst und Design |
| 1998 | im Dezember in Esslingen/Neckar gestorben |
